ROSI rollt! Dassensen feiert sein neues freies Dorflastenrad

Ende Oktober 2025 wurde im Einbecker Ortsteil Dassensen feierlich das freie Dorflastenrad ROSI eingeführt. Begrüßt wurde durch Lisa Küster, die als in Dassensen lebende Fahrradbegeisterte und auch als Mitglied im Ortsrat Dassensen maßgeblich dazu beigetragen hat, dass nun auch Dassensen – nach Holtensen – über ein modernes und hochwertiges freies Dorf-Lastenrad verfügt, das von jedermann jederzeit kostenlos ausgeliehen werden kann.

Martin Keil, Initiator von Bolle Lastenrad Einbeck, begrüßte ebenfalls die zahlreichen Besucher. Er erläuterte knapp die spannende Entwicklungsgeschichte der deutschlandweit inzwischen auf rund 180 Initiativen angewachsenen Community der „freien – sprich kostenlos ausleihbaren – Lastenräder“. „Lastenräder kostenlos ausleihen zu können, sorgt dafür, dass es uns allen, jeweils losgelöst von den eigenen finanziellen Spielräumen, ermöglicht wird, ein kleines Stück Verkehrswende aktiv mit zu erleben. Und das macht Freude, ist gut für die Umwelt und hält gesund!“

Der feierlichste Teil der Lastenradeinweihung wurde durch Michael Hüllenkrämer, dem Stifter des neuen Lastenrades, moderiert. Michael ist Vorstandsmitglied des Verband freie Lastenräder e.V., und war eigens für die feierliche Übergabe des Rades an die Dorfgemeinschaft aus Berlin angereist. Mit einer liebevoller „Taufe“ mit einer Rede nach dem Vorbild der Initiative Cargoride und einem Spritzer Einbecker Bier auf die Speichen machte er ROSI zur echten Dassenserin.

Die Menschen in Dassensen waren sichtlich gerührt über die persönliche Begrüßung von ROSI in ihrer neuen Heimat. Auch Ortsbürgermeister Manfred Sudhoff freute sich über den Zuwachs im Dorfmobilitätsangebot. Als passionierter Pedelec-Fahrer weiß er den kräftigen BOSCH-Elektromotor des neuen Lastenrads besonders zu schätzen: „Eine Fahrt vom Dorf in die Stadt ist mit solchen Rädern schnell gemacht – und macht richtig Spaß.“

Viele Kinder waren bei der Einweihung auch mit dabei. Sie konnten es kaum erwarten, bald selbst vorne in der Lastenradbox auf Entdeckungsfahrt durchs Dorf zu gehen. Dank der guten Radwegeverbindungen nach Einbeck und Markoldendorf ist ROSI ideal für kleine und große Alltagsabenteuer. In nur 15 Minuten erreicht man mit ihr beide Städte – ob zum Einkaufen, zum Abholen der Kinder aus der Kita oder einfach zum Spaß haben am Radfahren. Mit einer Zuladung von bis zu 250 Kilogramm inklusive Fahrerin oder Fahrer ist ROSI ein echtes Kraftpaket.

Bei knusprig gegrillter Bratwurst, köstlichem Salat und erfrischenden Einbecker Getränken wurde anschließend gefeiert, gelacht und gefachsimpelt. „Dieses Lastenrad hat eine unglaublich großartige Station, ein fantastisches Zuhause. Es steht sicher, überdacht und liebevoll platziert – genau dort, wo es hingehört: mitten im Dorfleben“, schwärmte ein Besucher.

Wer ROSI kennenlernen möchte, kann sie hier auf der BOLLE-Website kostenlos ausleihen und bequem online buchen:



Und hier die feierliche Ansprache von Michael Hüllenkrämer – Stifter des Dorflastenrad ROSI

Erster Einbecker Rufbus gut angenommen

„Machen und Lachen“ ist ein Motto, dem die Lastenradinitiative „Bolle“ jüngst zum närrischen Karnevalsumzug in Holtensen wieder einmal mit großer Einsatzfreude folgte. In Holtensen konnte im Sommer letzten Jahres das erste Dorflastenrad im Stadtgebiet Einbeck eingeführt werden. Mit Hilfe des Sponsors RENOLD als in Holtensen / Juliusmühle ansässigem Unternehmen konnte ein hochwertiges Yuba-E-Lastenrad inklusive eines Carla Cargo Anhängers angeschafft werden. Das Gespann kann von den Bewohnern des Dorfes kostenlos ausgeliehen werden. Das Dorflastenrad stellt seitdem eine Möglichkeit dar, der „Alternativlosigkeit“ zum Auto für auf dem Dorf lebende Menschen die Stirn zu bieten. Das Dorflastenrad wird regelmäßig ausgeliehen und ist seit seiner Einführung mal im Einbecker Stadtbild, regelmäßig auf Supermarktparkplätzen in Markoldendorf oder auch oft als Familienkutsche bei Sonntagsausflügen zu sehen.

Das Dorflastenrad und auch das private E-Bike stellen aber natürlich nur eine Möglichkeit dar, die Mobilität auf dem Dorf vom Auto unabhängiger zu machen. Nicht jeder kann oder mag den Weg zum Einkaufen, zum Arzt oder zum Ausflug in die Umgebung auf dem E-(Lasten-)Rad zurücklegen. Gerade ältere Menschen und Kinder, die im Stadtgebiet bereits allein unterwegs sein können, brauchen einen öffentlichen Personennahverkehr, der sich mehr an ihren Bedarfen als an einem meist recht ausgedünnten starren Fahrplan orientiert. Hier kommen schon seit Jahren in vielen deutschen Kommunen sogenannte Rufbusse zum Einsatz. Ein Rufbus wird telefonisch oder per App gebucht und fährt nur, wenn auch Buchungen vorliegen. Solche Modelle sparen im ersten Schritt schon einmal umweltschädliche Leerfahrten. Ökologisch noch sinnvoller und dabei viel stärker auf die Bedarfe der Fahrgäste angepasst sind sogenannte Bedarfsverkehre.

Bei solchen innovativen Nahverkehrsangeboten können Per App oder Telefon barrierefreie Fahrzeuge bequem zu einer Vielzahl von Haltestellen im Stadtgebiet bestellt werden. Es gibt keinen starren Fahrplan oder festgelegte Routen. Innerhalb des Bediengebiets kann jede Verbindung (Haltestelle zu Haltestelle) gebucht werden. Durch das flexible System entstehen kurze Reisezeiten, kurze Wege zur Haltestelle, da zusätzliche Haltepunkte angeboten werden können, keine Aufpreise zum regulären Linienverkehr, Buchungen können spontan oder auch über Tage im Voraus platziert werden und die Bezahlung kann auch direkt per App erfolgen.

„Ich finde es prima, dass von Bolle das Thema bedarfsorientierter ÖPNV auf dem Dorf im Rahmen des Karnevalsumzuges aufgenommen wurde. Das Leben auf dem Dorf sollte durch eine stetige Weiterentwicklung des Mobilitätskonzeptes immer noch interessanter gemacht werden, wobei wir hier in Holtensen aufgrund der Linie Einbeck Dassel noch relativ gut angebunden sind. Auf abgelegeneren Dörfern Einbecks könnte der bedarfsorientierte ÖPNV den Lebensstandard sicherlich noch signifikanter steigern.“ so Thomas Kahle, Ortsbürgermeister von Holtensen.

Ein Beispiel dafür, dass ein öffentlicher Bedarfsverkehr funktioniert und für die Mensch merklich die mobile Flexibilität steigert ist zum Beispiel das G-Mobil im nahe der holländischen Grenze gelegenen Gronau. „Bolle“ findet einen solchen modernen Bedarfsverkehr klasse. Statt lange auf die Einführung zu warten hieß es zum Karneval in Holtensen also „machen und lachen“. Mit einem höchstflexiblen „RUFBUS“ in Form eines VOWAG-Lastenrades als Zugmaschine und einem Pritschenanhänger bestückt mit drei Gartenbänken konnten bis zu 12 Personen im Rahmen des Karnevalsumzuges höchst individuell den umweltfreundlichen Shuttle nutzten. Die an den Straßen stehenden Karnevalsfreunde konnten sich ganz spontan zu einer Mitfahrt entscheiden. Der erste „RUFBUS“ im Stadtgebiet Einbeck wurde dabei ausgesprochen gut angenommen.

Unser Dank gilt an dieser Stelle ganz besonders:

  • Die Holtenser Karnevalsfreunde für die freundliche Einladung – vielen Dank, wir hatten viel Spaß
  • Dem Einbecker Lastenrad-Hausmeister: Wer ihn noch nicht kennt, der sollte ihn mal buchen. Sei es, den Garten in Schuss zu bringen, sei es, die Wohnung zu Renovieren oder eben das komplette Haus in Ordnung zu bringen. Christian hat alles im Blick und weiß auch, wie man ’nen Cargoanhänger im Null-Kommo-Nix zu einem Ruftaxi umbaut. Danke Christian.
  • Weißenborn Maschinenbau GmbH – immer wieder steht uns das Team Weißenborn mit Rat und Tat zur Seite, wenn es darum geht, unsere Lasten-Stahlrösser umzubauen und für den praktischen Einsatz startklar zu machen. Unser großer Pritschenanhänger hat für unseren Einsatz als Cargoanhänger bzw. Rufbus diesmal eine komplett neue Anhängekupplung bekommen. Herzlichen Dank für die professionelle Unterstützung.

In Holtensen gibt man Kette!

Erstes Einbecker Dorflastenrad in Holtensen am Start

BOLLE konnte jüngst in Einbeck dem Ortsteil Holtensen unser nagelneues modernes Dorflastenrad inkl. einem optional nutzbarem Fahrradanhänger dauerhaft bereitstellen können. Holtensen ist damit der erste aller 46 Einbecker Ortsteile, der über ein eigenes BOLLE-Dorflastenrad verfügt. Das Lastenradgespann kann seit Anfang Juli von allen Einwohner:Innen des Dorfes kostenlos und so oft wie gewünscht ausgeliehen werden.

Das hochwertige Gespann bestehend aus einem Yuba Supercargo und einem Anhänger der Marke Carla Cargo konnte zu 25 % aus Bundesfördermittel und zu 75 % aus Sponsorenmittel des in der Ortschaft ansässigen Industrieunternehmens RENOLD finanziert werden. Auf dem RENOLD Werksgelände fand somit auch die Übergabe an die Bürger:Innen von Holtensen statt. Neben Detlef Ragnitz, Technischer Leiter von RENOLD Juliusmühle war auch der Geschäftsführer Mick Wallwork (Managing Director Europe, China and India) aus der Konzernzentrale in England bei der Übergabe persönlich mit dabei. Die Firma RENOLD möchte mit der Förderung des ersten Dorflastenrades gleich mehrere Zeichen setzten. „Wir sehen hier die Chance, Nachhaltigkeit auch im täglichen privaten und gewerblichen Lastennahverkehr zu fördern. Des Weiteren möchten wir ein weiteres Mal unsere Verbundenheit zu unserem Standort und seinen Einwohner:Innen zum Ausdruck bringen. Last but not least sind wir Kettenhersteller und freuen uns über innovative, mittels Ketten angetriebene Produkte wie hier nun das YUBA Supercargo Dorflastenrad“ betonten Mick Wallwork und Detlef Ragnitz unisono.

Stellvertretend für alle Einwohner:Innen von Holtensens hat Horst Nennmann in seiner Rolle als stellvertretender Ortsbürgermeister das Lastenrad in Empfang genommen. „Wir sind glücklich und durchaus auch stolz, dass Holtensen nun auch mit dem BOLLE Lastenradgespann Kette geben kann. Innovative Mobilitätskonzepte spielen insbesondere in den Ortsteilen eine Rolle, wo man mangels praktikabler Alternativen regelmäßig das Auto als das Fortbewegungsmittel Nummer 1 nutzt. Ein kräftiges E-Lastenrad wie das Yuba Supercargo mit dem eindrucksvoll großen und wendigen Carla Cargo Anhänger lässt das Auto nun aber nicht nur im Bereich der CO2-Emission alt aussehen. Auch beim Transport sperriger Güter hat das Lastenrad dem Auto gegenüber die Nase vorn.“

Gründer und Betreiber der Lastenradinitiative sind die Konzert- und Kulturfreunde Einbeck e.V.. Der Kulturschaffende Martin Keil als Projektleiter freut sich sehr darüber, dass mit dem ersten BOLLE Dorflastenrad nun zusammen mit den Bewohner:Innen von Holtensen wertvolle Er-FAHR-ungen gesammelt werden können, die ganz sicher dazu beitragen können, dass auch in weiteren Ortsteilen Dorflastenrädern etabliert werden können. Gespräche mit weiteren Ortsräten und potentiellen weiteren Sponsoren würden bereits geführt.

Die Ausleihe des Dorflastenrades ist für alle Einwohner:Innen aus Holtensen kostenlos. Die Buchung ist ganz einfach hier auf dieser Website unter www.lastenrad-einbeck.de in der Rubik „Teambikes“ möglich. Ansprechpartner vor Ort ist der Holtenser Mitstreiter Nils Bieschke. Fragen zur Ausleihe des ersten Dorflastenrades empfängt Nils Bieschke gerne unter nils.bieschke@lastenrad-einbeck.de.

Wir freuen uns sehr darüber, dass die Präsentation des Dorflastenrad Holtensen durch den Fotografen Falk Nickenig eindrucksvoll in Bildern dokumentiert worden ist und wünschen viel Spaß beim Anschauen der Bilder: